|
|
|
Narko Hypnose
Drogen gehören zu den klassischen Mitteln der gewaltsamen, erzwungenen Umformung der Persönlichkeit. Dabei werden die wie das Soma in Huxleys „Brave New World“ als Glücksdroge, zur Erzeugung von Qualen und Missstimmungen, zur Einleitung bzw. Vertiefung der Hypnose, zur Desorientierung, zur Auslösung von Nahtoderfahrungen und vielen anderen Zielen eingesetzt.
Zahllose Drogen eignen sich mehr oder weniger gut, um die menschliche Suggestibilität zu erhöhen. Zu diesen Drogen zählen vor allem die Narkosevorbereitungs- bzw. Narkosemittel wie Sodium Pentothal, Sodium Amytal, Nembutal und Narkonomal.
In einem Office Memorandum der CIA über Hypnose in verdeckten Operationen aus dem Jahre 1955 heißt es unter der Überschrift „Narco-Hypnosis“: „Barbiturate... können zur Erzeugung des hypnotischen Schlafs genutzt werden, auch wenn alle anderen Methoden versagen. Chloroform und Äther waren die ersten Narkotika, die zu diesem Zweck benutzt wurden. Heute werden verschiedene Derivate und Modifikationen der Phenobarbital-Familie verwendet. Sodium Amytal und Sodium Pentothal sind die am häufigsten eingesetzten kurzfristig wirkenden Barbiturate...“ Ein Berater habe zwar vor einer Überschätzung dieser Drogen gewarnt, aber bestätigt, dass die drogengestützte Hypnose für die Arbeit der CIA essentiell sei.
Noch besser geeignet zur Einleitung und Vertiefung der Hypnose ist jedoch ein Alkaloid von Nachtschattengewächsen, nämlich Scopolamin. Diese Substanz ist in der Natur weit verbreitet. In besonders hohen Konzentrationen kommt es in der Schwarzen Tollkirsche (Belladonna), im Gemeinen Stechapfel (Datura stramonium). Im Bilsenkraut (Hyosciamus niger) und in der Alraune (Mandragora officinarum) vor. Obwohl es dafür keine Beweise gibt, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass scopolamin-haltige Pflanzen auch von Hasan ibn al-Sabbah und seinen Nachfolgern im Amte des Großmeisters der Assassinen verwendet wurde, um die Selbstmord-Terroristen dieses mörderischen Kults mental zu versklaven.
Scopolamin besitzt zugleich halluzinogene, bewusstseinstrübende und lähmende Wirkungen. Vor allem wegen der letztgenannten Eigenschaft wurde es noch bis in die achtziger Jahre in der ehemaligen DDR als „chemische Zwangsjacke“ für erregte Psychotiker eingesetzt.
In seinem Buch über Wahrheitsseren betont Bob Mengering, dass Scopolamin wie die Narkotika zu einer Dämpfung des eigenen Willens führe und so die Einschaltung eines fremden Willens erleichtere. Er fährt fort: „Beim Scopolamin tritt zu der Willensdämpfung, wobei die übrigen Impulse schwächer herabgesetzt werden, die stärkere Bereitschaft zu halluzinieren; diese betonte Neigung zur Halluzination kann sehr leicht einen Schritt weiterführen zur Übernahme von außen suggerierter Bilder. Man kann auf diese Weise einen Dämmerschlaf entweder in eine Hypnose überführen oder im Dämmerschlaf selber posthypnotische Aufträge erteilen. Starke Wirkungen ergeben sich bei der kombinierten Verwendung von Barbitursäurederivaten und Stoffen der Scopolamingruppe. Die halluzinationsfördernde Wirkung des Scopolamins ist bei dieser Kombination gepaart mit der den ganzen Bereich der Antriebe stärker abdämmenden Wirkung der anderen Komponente, z. B. des Luminals. Gesteuerte und ungesteuerte Halluzinationsbilder können dann selbst als posthypnotische Prägung auftreten. Die oft entstehende retrograde Amnesie lässt den eigentlichen Zusammenhang aus dem Bewusstsein schwinden.“
Das Scopolamin weist eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem Neurotransmitter (Botenstoff des Nervensystems) Acetylcholin auf. Diese Ähnlichkeit mag dafür verantwortlich sein, dass diese Droge die Acetylcholin-Rezeptoren im Gehirn blockiert, ohne sie zu aktivieren. Die Wirkungen der Droge hängen also mit dieser Acetylcholin-Blockade zusammen. Über die Wirkungen des Acetylcholins auf das Zentralnervensystem ist immer noch wenig bekannt. Man weiß aber, dass es zu Hemmungen des Verhaltens führt (eine Blockade also zur Enthemmung) und dass es eine (noch nicht eindeutig geklärte) Bedeutung für das Kurz- und Langzeitgedächtnis besitzt.
Angesichts der Willensdämpfung und Bewusstseinstrübung eignet sich Scopolamin natürlich auch hervorragend zur Einleitung einer verdeckten Hypnose – z. B. bei einer vorgetäuschten ärztlichen Untersuchung. Der angebliche Arzt könnte dem scheinbaren Patienten z. B. suggerieren: „Ich muss Ihnen jetzt ein völlig harmloses Medikament injizieren, dass sie allerdings vorübergehend etwas benommen machen wird. Aber keine Sorge, das geht schnell vorüber. Am besten konzentrieren sie sich ganz auf meine Anweisungen, damit wir die ganze Geschichte schnell hinter uns bringen können.“
Die kombinierten amnestischen Wirkungen der Droge und der Hypnose sowie ggf. eine suggerierte posthypnotische Amnesie sorgen dann dafür, dass sich das Opfer dieser Manipulation nach dem Abklingen der Scopolamin-Wirkung und Beendigung der Hypnose nicht mehr an die Behandlung erinnern kann.
Pflanzen, die Scopolamin bzw. verwandte Substanzen erhalten, werden seit Menschengedenken zur Erzeugung von Trancezuständen und zur Kontrolle des Bewusstseins eingesetzt.
Was für die einfache Hypnose ohne Drogen gilt, trifft gleichermaßen auch auf die Narko-Hypnose zu. Durch eine einzelne Sitzung ist in der Regel keine tiefgreifende Beeinflussung möglich. Durch ständig wiederholte Injektionen aber, schreibt der Psychiater und Experte für kriminelle Hypnose, Heinz E. Hammerschlag, erreicht man u. U. „eine derart gesteigerte Suggestibilität, dass die Opfer dieser Misshandlung tatsächlich zu Marionetten werden, die automatisch auf die Drahtzüge des Regisseurs reagieren; überdies aber macht man sie dadurch zu einem physischen und psychischen Wrack, dessen Individualität völlig ausgelöscht zu sein scheint.“
Als Beispiel für die mögliche Anwendung der Narko-Hypnose für militärische und geheimdienstliche Zwecke möchte ich aus einem Bericht des Amerikaners Dan Harr zitieren. Harr wurde angeblich als Kind satanisch rituell missbraucht und als Student von der CIA für „Spezialaufgaben“ angeheuert. Das Training für diese „Spezialaufgaben“ war, folgt man den Angaben Harrs, eine Mind-Control-Programmierung mit narko-hypnotischen Elementen. Dabei wurden nach der Aussage von Harr die üblichen Drogen wie Scopolamin und Sodium Pentothal eingesetzt.
Harr erinnert sich: „Ich wurde auf einen Stuhl gefesselt. Meine rechte Hand war gespreizt, und ich hatte Fingerhüte aus Gummi an meinen Fingerkuppen, aus denen Drähte kamen. Ich hatte eine intravenöse Nadel in meiner Hand... Die Blitze aus dem Stroboskop und die Klänge aus den Lautsprechern waren synchronisiert – und zwar etwa im 1-Sekunden-Takt, bis etwas gesagt wurde, dann wurden die Blitze sehr schnell. Ich hatte ein Metallband um mein rechtes Bein, und ich erinnere mich daran, dass ich manchmal Schocks im Rhythmus des Blitzlichts erhielt. Sie stellten mir Fragen und gaben mir Anweisungen...
Ich erinnere mich an einige Dinge, die ich auf dem Bildschirm sah. Es gab viele verschiedene Bilder: Hunde, die Sex hatten, meine Eltern mit abgeschnittenen Köpfen, ein Film mit Menschenopfern und Kannibalismus, gemischt mit Bildern von Blumen, Pornographie, Autos, Tieren u. s. w.“
In der Folge dieser Behandlung entwickelte Harr rechtsradikale, christlich fundamentalistische Ideen, die ihm vorher völlig fremd waren. Harr vermutet, dass er politische Gruppierungen ausspionieren sollte.
Harr kann seine Geschichte leider nicht beweisen. Man könnte sie daher als unerheblich einstufen. Mit dem Argument fehlender Beweise könnte man allerdings vermutlich die meisten Berichte über Rechtsbrüche von Geheimdiensten als irrelevant bezeichnen. Man käme dann zu dem Schluss, dass Geheimdienste, von bedauerlichen Einzelfälle abgesehen, überaus tugendsame Einrichtungen sind. Man könnte aber auch bedenken, dass es zu den Aufgaben von Geheimdiensten gehört, die eigenen Aktionen möglichst perfekt zu tarnen. Und man könnte auch berücksichtigen, dass die Organe der Strafverfolgung und Justiz mitunter ein Auge zudrücken, wenn die Verdächtigen in diesen Kreisen zu suchen sind.
Ein Beispiel für die kriminelle Anwendung der Narko-Hypnose ist allerdings bewiesen. Es soll hier berichtet werden, weil der Täter der Leiter eines kanadischen Projekts zur „Rehabilitation“ von Straftätern war, das sich bei genauerem Hinsehen als Gehirnwäsche-Programm entpuppt. Der Name des Täters: Dr. George Scott, Psychiater in Diensten der „Canadian Federal Corrections“. Hunderte kanadischer Gefängnisinsassen wurden mit Elektroschocks, Drogen und Methoden des Reizentzugs (sensorische Deprivation) traktiert. Die CIA und das kanadische Verteidigungsministerium finanzierten Teile dieser Experimente.
Scott wurde später die Approbation entzogen. Aber nicht wegen seiner menschenrechtswidrigen Experimente mit Strafgefangenen, sondern wegen der Nutzung seiner Kenntnisse für private Bedürfnisse. Scott injizierte, wie ein kanadisches Gericht feststellte, einer Patientin Sodium Pentothal, versetzte ihr Elektroschocks, pflanzte ihr in einem Zustand annähernder Bewusstlosigkeit posthypnotische Befehle zu sexuellen Handlungen ein und stimulierte sie dann mit dem Aufputschmittel Ritalin. Der Missbrauch erstreckte sich über fünf Jahre. Scott verschrieb der Frau sogar vorsorglich die Antibabypille.
|
|